Bereits im Herbst 1945 wurden im Rahmen der Bodenreform die gesamten Ländereien des Gutes in viele kleine Parzellen aufgegliedert und sowohl den altansäßigen wie auch den neu zugezogenen Nisdorfern zugewiesen. Die Feldarbeit gestaltete sich jedoch schwierig, da nur noch 8 Pferde in Nisdorf und Umgebung übrig geblieben waren.
Bereits 1946 aber konnte die Dorfgemeinschaft zwei Traktoren (Bulldog) kaufen, die zumeist Tag und Nacht im Einsatz waren.
Die Bauern mussten auf staatliche Anordnung einen Großteil ihrer Ernte und Viehzucht abliefern, sodass für die eigene Familie jeweils nicht mehr viel übrig blieb.
Die kontrollierte Zusammenarbeit der Bauern wurde 1952 in der Landwirtschaftlichen Produktions- Genossenschaft (LPG) geregelt. Der Ernteerfolg blieb mässig und wurde erst Ende der 60er nach Einführung der Großerntemaschinen besser.
1968 übernahm die LPG in Altenpleen die gesamte Landwirtschaft der Region und baute eine riesige Mastanlage für 8000 Rinder. Nisdorf war nur noch Aussenstelle.
Im Gutshaus waren bis 1968 Schule und Kindergarten untergebracht. Im Sommer wurden im Gutshaus zusätzlich die Mitarbeiter der LPG verpflegt. Nach und nach verliessen die Aussiedler das Gutshaus und bauten sich eigene Häuser.
1959 wollte die LPG ein Lehrlingswohnheim im Dach des Gutshauses errichten. Der Giebel wurde schnell abgerissen und eine mächtige Frontgaube aufgesetzt - jedoch leider niemals fertiggestellt, sodass seit damals das Dach undicht war und es ständig reinregnete.
Kurz vor der Wende (1989) war das Gutshaus vollständig leergezogen. Im Erdgeschoss war lediglich noch ein kleiner Konsum-Laden verblieben.
Lesen Sie hier, wie das Gutshaus wieder zu neuem Leben kam.
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