Rittergut Nisdorf

Das Gutshaus Nisdorf wurde 1898 in der heutigen Form gebaut. Bis 1945 war es der Mittelpunktdes Landgutes Nisdorf. Danach wurde es verschiedenartig genutzt und verfiel zusehends. Von 1998 bis 2005 haben wir das Haus unter grösstmöglichem Erhalt der vorhadenen Substanz komplett renoviert. Heute erleben Sie hier das Wohngefühl der Gutsherrschaft von damals aber mit modernem Komfort.

Was es mit dem Rittergut auf sich hat erfahren Sie hier.

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Ritter Johann von Nisdorf

Erste Besiedlungshinweise stammen aus der jüngeren Steinzeit (3300 v.Chr.). Die germanischen Stämme wurden im 6.Jh n.Chr. durch Slaven aus Vorpommern verdrängt. Ab dem 12.Jh. begann die Christianisierung: die slavischen Fürstentümer wurden entweder zerschlagen oder unterstellten sich als Lehnsherren (Ritter) dem Fürstentum Rügen. Erste schriftliche Erwähnung findet Nisdorf in einer Schenkungsurkunde, in der Fürst Witzlaw II (von Rügen) dem Kloster Hiddensee das Dorf Lehsten schenkt. Ritter Johannes de Ost de Nestlesdorpe (Nisdorf) hat neben Anderen diese Urkunde beglaubigt.

Die schwedische Matrikelkarte von 1695
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Kartenausschnitt
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Die Schweden kommen

Nisdorf war eine ärmliche Gegend mit schlechten landwirtschaftlichen Erträgen. Das Gut wechselte häufig den Besitz, behielt aber immer die Ritterrechte (Recht auf Leibeigene, eigene Jagd und eigene Rechtssprechung). Ab 1648 war Vorpommern in schwedischem Besitz. Aus dieser Zeit stammen die ersten exakten Aufzeichnungen und auch die erste Landkarte, da die Schweden zur Festsetzung der Steuern alles genau vermessen und kartografiert haben.

Der Kartenausschnitt (untere Karte) zeigt die von einem Wassergraben umgebene Burg Nisdorf im Jahr 1697. Einwohner waren damals:

- Leutnant Hertell (Besitzer),
- zwei Untertänige,
- 5 freie Männer,
- 1 Wittwe

(Frauen und Kinder wurden im Allgemeinen nicht gezählt).

Im Einkommensbericht Hertells heisst es unter anderem: "Acker sehr schlecht in Folge des wässrigen und kalten Grundes. Ertrag kann daher nicht angegeben werden." und "16-20 Pferde und ebensoviele Zugochsen. Zur Arbeit 4 Häker, 4 Knechte und Jungen. Konsumieren vom Ertrag so viel, sodass wenig oder nichts übrig bleibt.".

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